taetigkeitsbericht

Tätigkeitsbericht 2021

Drahtseiltanz e.V. hat sich zur Hauptaufgabe gemacht, Beziehungen im Borderline – Kontext zu unterstützen, zu erhalten, zu verbessern und zu ermöglichen.
Zwischenmenschliche Beziehungen sind eine der größten Herausforderungen für Borderline – Betroffene und deren sozialem Umfeld. Trotz erfolgreicher Psychotherapie kann Beziehung zu einem Partner/Partnerin und vor allem zu Familie schwer bis unmöglich sein. Hier wollen wir aus eigener Erfahrung präventiv, begleitend und aufklärend unterstützen sowie zur Seite stehen.

Folgende Arbeitsschwerpunkte verfolgten wir in diesem Jahr

Fokus der Vereinsarbeit liegt auf Austausch, Aufklärung, Information, Abbau von Stigmatisierung rund um das Thema Borderline sowie Beziehung. Wir verfolgten das Ziel, Menschen mit der Emotionsregulationsstörung Borderline, deren Angehörige und professionell Tätige zu dauerhaft weniger belastenden und qualitativ hochwertigeren zwischenmenschlichen Beziehungen zu verhelfen. Hierzu entwickelten wir unterschiedliche Angebote, damit jeder seinen Platz finden konnte.

Selbsthilfegruppe für Betroffene und Angehörige sowie Trialogtreffen

Trotz Coronaschwierigkeiten konnten wir die SHG/B und SHG/A sowie das Trialogtreffen durchführen. Die Selbsthilfegruppe für Borderline-Betroffene fanden 2x im Monat (2. und 4. Freitag im Monat) von 17.00 bis 18.30 Uhr im Freizeithaus Weißensee Pistoriusstr.23 statt. Christoph Garten, Mitglied des Vereins, fühlte sich für die Einladung verantwortlich. Am gleichen Ort fand die Selbsthilfegruppe für Angehörige von Borderline-Betroffene jeden ersten Mittwoch im Monat von 18.30 bis 20.00 Uhr statt. Für die Einladung zu den Treffen fühlte sich unser Vereinsmitglied Christiane Tiethböhl verantwortlich. Wir danken herzlich für ihren zuverlässigen Einsatz.

Seit September 2020 überzeugte uns auch das Trialogtreffen einmal im Monat im SHZentrum Neukölln Wilhelm-Busch-Str. 12 sehr. Obwohl die zweite Gruppe mit weniger Interessierten durchgeführt wurde, konnten wir immer wieder feststellen, wie hilfreich diese Treffen für alle waren.Verantwortlich für diese Gruppe waren Samra und Ingrid Zeddies (Vereinsmitglieder), die die Moderation übernommen haben. Vielen Dank für ihre Arbeit.

Kreativworkshops mit besonderem Charakter gestartet

Neu war ein Angebot von Miriam Isemann (Vereinsmitglied). Sie und Viola organisierten “Kreativworkshops mit besonderem Charakter” mit dem Ziel, über das Tun ins Gespräch zu kommen. Sowie den eigenen Emotionen Ausdruck zu verleihen, ein anderes Medium zu nutzen, um seine Gefühle zu erreichen und wahr zu nehmen. Das erste Treffen am 30.10. konnte jedoch nicht stattfinden, da die 6 Angemeldeten kurzfristig wieder absagten, was für die Organisatorinnen nicht erfreulich war. Geduld sowie Werbung sind hier noch gefragt. Wir hoffen sehr, dass das 2. Treffen am 27.11. erfolgreich wird. Dann kann diese Idee sicher im nächsten Jahr weiter umgesetzt werden.

Offene Fertigkeitengruppe für Jugendliche

Über eine Projektfinanzierung wurde von Samra Zeddies des weiteren seit April eine offene Fertigkeitengruppe für Jugendliche aufgebaut. Sie trafen sich einmal monatlich, um Aggression und Selbstverletzungen vorzubeugen.

Workshops in Schulen „Selbstmitgefühl statt Selbstverletzung“

Außerdem bieten Katrin und Samra Zeddies Workshops in Schulen an „ Selbstmitgefühl statt Selbstverletzung“. In diesem Jahr wurden die beiden bereits 4x zu Projekttagen in Schulen eingeladen. Die Kids waren ausgesprochen interessiert und konnten viele Fragen für sich klären. Auch dieses Projekt ist von der BKKVBU gefördet.

Unser Beratungsangebot jeden Freitag „Ich hör dir zu“ wurde ebenfalls von vielen genutzt obwohl es nur noch Telefonberatungen sein können. Auch das Angebot für Angehörige jeden Freitag von 12.00 bis 14.00 Uhr wurde von einigen angenommen.

Wunsch für das nächste Jahr

Unser Verein ist in Neukölln, Lichtenberg sowie Weißensee tätig. Schön wäre, wenn es bald einen festen Standort mit eigenen Räumen geben würde.

Tätigkeitsbericht 2020

Wir gründeten unseren Verein am 28.12.2019. Ehe wir so richtig arbeiten konnten, begann die Coronakrise und wir konnten unsere Räume im St. Joseph Krankenhaus bis heute (Stand November 2020) nicht mehr nutzen. Die Selbsthilfegruppen trafen sich im Freien und wir verspürten den erhöhten Bedarf, sich auszutauschen.

Am 04. September begannen wir mit einem Trialogtreffen im Selbsthilfezentrum Neukölln, das noch immer einmal im Monat stattfinden darf. Ein Trialog wirkt durch Verständigung und Verstehen über einen Stellvertreter. Das bedeutet, dass ich nicht mit meinen Angehörigen, Betroffenen, Klienten, Patienten, Therapeuten, Arzt in den Austausch gehe, sondern dort anderen begegne, die in ähnlicher Situation waren oder sind und darüber berichten. In dieser unbelasteten, weniger emotionalen Beziehung wird ein Austausch auf Augenhöhe, in einer wertschätzenden Art und Weise und mit dem Wissen, dass Wahrheit subjektiv ist, möglich. Dadurch entsteht Verstehen, weitere Handlungsmöglichkeiten, Reflexion sowie das Übertragen der Erkenntnisse auf eigene Beziehungen im persönlichen Umfeld.

Diese Gruppe arbeitet in 5 Treffen als Gruppe zusammen und wird dann wieder mit Neuanmeldungen erweitert oder es entsteht eine neue Gruppe. Unsere Erfahrungen in der ersten Gruppe sind sehr erfolgreich und helfen, dem Ziel näher zu kommen. Diese Art der Selbsthilfe ist für uns eine Schatzkiste geworden, die wir weiter ausbauen und anbieten wollen.

Telefonsprechstunde eingerichtet

Aufgrund der Coronakrise haben wir eine Telefonsprechstunde, jeden Freitag von 12.00 bis 14.00 Uhr für Angehörige eingerichtet, um den Ausfall der Selbsthilfegruppe für Angehörige von Borderline-Betroffenen etwas zu mildern.